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Kommunismus, Faschismus und Revolutionen

Mir ist so über die Zeit eine schöne, obwohl potenziell eher gefährliche, Ambivalenz aufgefallen. Wahrscheinlich ist es einfach das klassische Problem des Radikalen und vielleicht spielt ein bisschen Naivität auch eine Rolle.

In unserer heutigen Gesellschaft gibt es ein großes linkes Spektrum, natürlich vor allem bei der idealistischen Jugend. Eine Sache verwirrt mich Tag für Tag. Die “AntiFa” z.B., die den Kampf gegen den Faschismus zu ihrem absoluten Ziel erkoren haben, stehen sinnbildlich für einen linken Hass auf den Faschismus. Die Anti-Faschisten haben meist kommunistische/sozialistische Tendenzen, die teilweise sehr in die Richtung verfassungswidrig gehen. Bereits hier sollte einem auffallen, dass der Kommunismus/Sozialismus kein guter Gegenspieler sein kann, denn beides ist verfassungswidrig und sind höchst fragwürdige politische Systeme. Es ist tatsächlich extrem ambivalent, denn der Faschismus beschreibt ein Herrschaftssystem, das auf einem autoritären “Führer” basiert. Für mich wäre der logische Schluss jetzt, dass das höchste Ideal des gegenteiligen Systems die politische Freiheit sein sollte. Faschismus heißt oft Überwachung, eingeschränkte Grundrechte und keine Freiheit des Individuums. Das Gegenteil ist für mich dann eine “klassisch demokratisch-liberale Gesellschaftsordnung, in der politische Freiheit über allem steht.

Stattdessen hängt der Großteil dieser Organisation einem System an, dass primär darauf abzielt eine Antwort auf die soziale Frage zu bieten. Natürlich haben Gesellschaften, wie sie von Marx und Engels vorgesehen werden, definitiv eine demokratischen Charakter, andererseits zeigt sich historisch und praktisch etwas anderes. Keine sozialistische Republik unserer Geschichte war gekennzeichnet durch politische Freiheit, geschweige denn für das Wahren gewisser Grundrechte. Sozialistische Republiken sind in ihrem repressiven, autoritären und brutalen Charakter nicht mit den Vergehen faschistischer Regime zu vergleichen. Ohne Zweifel war das NS-Regime das brutalste politische Regime der Neuzeit. Hier kommt jedoch kommt hier wieder das angesprochene Problem des Radikalen ins Spiel: Sowohl der Sozialismus als auch der Faschismus sind Lösungen für die Probleme der Menschen. Lässt man sich von einer dieser Ideen so sehr verführen, dass man zum radikalen Anhänger wird, ist man sowohl naiv und eigennützig. Naiv, weil es sich historisch zweifellos zeigt, dass weder Sozialismus noch Faschismus politische Freiheit garantieren oder eine ausreichende Antwort auf die soziale Frage parat haben. Und besonders, wer den Faschismus so verabscheut, sollte sich genau überlegen, ob der Kommunismus die passende Antwort darauf ist. Ich denke nicht und wer sich der Brutalität der kommunistischen Regime nicht bewusst ist, der brauch ein bisschen Geschichtsnachhilfe. In der Schule kommt die Sowjetunion nämlich meist viel zu kurz. Eins ist außerdem auch klar: Wer diese Systeme befürwortet, der kann nur Profiteur dieses Systems sein. Und Profiteure dieser Systeme erhalten ihre Vorteile nur durch die Benachteilung anderer. Wenn es dir im Kommunismus/Faschismus gut geht, dann nur weil du Opportunist bist und es in Kauf nimmst, dass andere für deinen Wohlstand leiden.

Einwände

Manch einer mag jetzt behaupten, dass der Faschismus ja wenigstens die soziale Frage beantworten konnte. Hitler hätte ja die Arbeitslosenquote so niedrig wie eh und je gesenkt. In diesem Fall erinnere ich mich direkt an meinen Geschichtsunterricht, in dem unserer Lehrer sehr schön deutlich machte, wie Hitler die Konjunktur in dieser Zeit zum Laufen brachte. Neben Enteignungen und der Beschlagnahme von Geldern, wurde im Auftrag der Regierung Geld gesammelt. Mit dem Angebot einer höheren Rückzahlung warb die Regierung. Viele Menschen legten ihr Geld bei der Regierung an und hofften auf hohe Rückzahlungen. Interessanterweise kam es nie zu diesen Rückzahlungen, da das NS-Regime all Geld vereinnahmte. Die daraus entstandenen Schulden hätte die Regierung nur durch den Gewinn des Krieges zahlen können.

Zum Sozialismus: Die oberste Devise des Sozialismus war die gerechte Verteilung der Güter und eine Verstaatlichung der Produktionsmittel. Das heißt so viel wie, dass die Produkte und das Geld gerecht verteilt werden und die Unternehmen dem Staat unterstehen. Dabei war das Ziel das Wirtschaftswachstum möglichst zu erhalten, dabei aber eben diese Zielvorstellung zu erfüllen. Was daraus wurde ist etwas ganz anderes. Die Regierung der UdSSR unterdrückte nicht nur die Bevölkerung, sondern konnte auch nicht für eine gerechte Verteilung der Güter sorgen. Wie sagt man so plump: In der Sowjetunion war jeder gleich arm. Das Wirtschaftsmodell der Planwirtschaft war in jedem Land ein kompletter Reinfall. Nebenbei lebten Parteifunktionäre auf Kosten der Bevölkerung in Saus und Braus und verweigerten sich jeglichen Reformen. Hannah Arendt schreibt in einem ihrer Werke sinnlich, dass alle Revolutionen, dessen Ursache hauptsächlich in dem Beantworten der sozialen Frage besteht, zum Scheitern kurz- oder langfristig zum Scheitern verurteilt ist. Ob sich das für jede Revolution anwenden lässt, ist fraglich. Trotzdem macht es eigentlich Sinn, denn wer aus der Armut kommt und politisch gegen sie kämpft, dann aber plötzlich mächtig und reich ist, vergisst gerne einmal woher er kommt. So geschehen bei Stalin, aber genau genommen schon bei Lenin.

Ich kann nur betonen, dass wer in den Extremen die Lösung sieht, sich das alles doppelt überlegen sollte. Oder wer glaubt, dass „Die Linke“ ja gar nicht so extrem sei, sollte sich mal ein paar Zitate anhören. Da besteht unzweifelbar eine extreme Blindheit und ein Konsens des Radikalen innerhalb dieser Partei.

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